„Geschichte entdecken“

Informationen für Geschichtsfreunde
Nr. 3 / 2021 (September), lfd. Nr. 7


Es gab eine Verbindung zwischen dem Stauferkaiser Friedrich II. und Beilstein

Auflösung des Rätsels aus InfoPost Nr. 11 – und ein Grund um wieder mal in den Geschichtsblättern zu schmökern.

In ihrem Beitrag „Burg Hohenbeilstein und seine Gräfin Richenza“ in Band 7 der Geschichtsblätter aus dem Bottwartal zeigt Frau Dr. Wilma M. Einsiedel-Schömer auf, welche Bedeutung die legendäre Verbindung zwischen dem Stauferkaiser Friedrich II. und der Grafentochter Richenza für die Burg Hohenbeilstein hatte.

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts bewohnt Graf Berthold von Wolfsölden-Beilstein die Burg, er ist Vogt des Klosters Murrhardt und Vater zweier Töchter, eine ist die als bildschön beschriebene Tochter Richenza. Da das Kloster Murrhardt von Kaiser Ludwig dem Frommen gefördert wurde, befindet sich dort auch ein symbolisches Hochgrab des Kaisers.

Somit ergeben sich zahlreiche Kontakte des Grafen mit Friedrich II. Zu dieser Zeit werden auch neue Bauarbeiten an der Burg Beilstein registriert. Nach seiner Krönung zum Kaiser lebt Friedrich II. auf Sizilien. Die Tochter des Grafen Berthold, Richenza, begleitet ihren Vater auf seiner Reise nach Sizilien. Der Kaiser findet Gefallen an ihr und sie an ihm. Sie bleibt am kaiserlichen Hof, wird seine Zweitfrau und bringt eine Tochter zur Welt. Der Einfluss der staufischen Herrscher in Beilstein und Murrhardt ist noch heute an architektonischen Resten der Burg Beilstein und des Klosters in Murrhardt zu erkennen.

Da die Burg Beilstein heute eine Falknerei beherbergt, schließt Einsiedel-Schömer ihren Beitrag mit einem passenden Satz:

„Des Kaisers Lieblingsvögel, die Falken, die die Burg umfliegen, sind lebendige Erinnerungen an diese bedeutende Zeit der Gräfin Richenza, des regis wib, des Königs Weib, des Kaisers Friedrich, dem stupor mundi – das Staunen der Welt“.

Der Aufsatz in Heft 7 bietet gleichzeitig Anregung sich mit den verwandtschaftlichen Beziehungen der Staufer, Welfen, Calwer und Hessonen zu befassen.

Der Historische Verein hat noch Exemplare dieses Bandes und weiterer vorrätig. Wenn Sie Interesse haben, wenden Sie sich bitte an den Verein.

Auch in den Rathäusern von Steinheim, Großbottwar, Oberstenfeld, Beilstein sind Exemplare erhältlich.

Britta Schneider