Heimathistoriker setzen sich ein im Kampf für den Gronauer Aquädukt

Oliver von Schaewen, Marbacher Zeitung 10.05.2021

Das Gronauer Aquädukt ist nach Einschätzung des Landesamts für Denkmalschutz nicht erhaltenswert.

Der Historische Verein Bottwartal beruft sich für den Erhalt des Gronauer Aquädukts auf ein Gesetz des Denkmalschutzes und fordert den Status als Kulturdenkmal. Jetzt sammelt der Verein Unterschriften.

Oberstenfeld-Gronau – Der Gronauer Aquädukt muss erhalten bleiben. Das fordert der Historische Verein Bottwartal, der dafür jetzt eine Unterschriftenaktion in Geschäften gestartet hat. „Das öffentliche Interesse an dem Bauwerk ist groß“, sagt Hans-Wolfgang Bock, Pressesprecher des Vereins. Als Ziel verfolge man die Anerkennung als Kulturdenkmal durch die Denkmalschutzbehörden und die Gemeinde Oberstenfeld. Mit diesem Status wäre der Abriss unmöglich.

Der Rückbau ist längst beschlossene Sache. Das Aquädukt dient als Ausgleichsmaßnahme für den Bau der Rückhaltebecken im Prevorster und Kurzacher Tal durch den Zweckverband Hochwasserschutz Bottwartal. Dessen Vertreter aus den Kommunen Oberstenfeld, Beilstein, Großbottwar und Steinheim orientierten sich im Oktober 2019 an den Beschlüssen der Gemeinde- und Ortschaftsräte von Oberstenfeld. Inzwischen läuft das Planfeststellungsverfahren für die Becken.

Das Landesdenkmalamt hält andere Aquädukte für erhaltenswerter

Mit seiner Unterschriftenaktion widerspricht der Historische Verein Bottwartal dem Landesamt für Denkmalschutz (LAD). Die Behörde hatte im Verfahren nichts gegen den Abriss, denn es gebe kein öffentliches Interesse an einem Erhalt, teilte das LAD auf Anfrage mit. Der Grund: Nur Kenner der Ortsgeschichte könnten seine Funktion erkennen. „Die Mühlgebäude sind nicht in einem denkmalwerten Zustand erhalten“, argumentiert die Behörde, „und der Mühlkanal ist unterbrochen.“ Zudem erschwerten die drei Zeitschichten des Bauwerks – Natursteingewölbe, Betonrinne, Damm und Verrohrung des Rückhaltebeckens – die Anschaulichkeit. Schließlich gebe es Bauwerke in Esslingen, Schwäbisch Hall und Kirchberg an der Jagst, die besser erhalten seien als der Gronauer Aquädukt.

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